| Seit mehreren Jahrhunderten werden zwischen
Neckarhausen und Ladenburg Reisende mit einer Fähre über den Neckar
gesetzt. Kurfürst Karl Theodor hat 1745 in einem Erbbestandsbrief
(Erbpachtvertrag) die Lehensverhältnisse der Fähre neu geregelt. Heute
ist sie Privatbesitz einer Fährgemeinschaft, die sich aus Nachkommen der
früheren Lehensträger zusammensetzt.

alte Gierfähre - 1975
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| 1483 |
Erste Erwähnung der Fähre in
einer Urkunde über die Vergabe eines Lehens des Wormser Bischofs |
| 1559 / 1571 |
Einträge im Lagerbuch der Pflege
Schönau bei Heidelberg |
| 1603 |
Erwähnung der Fähre in einem
Reisebuch |
| 1614 |
Eröffnung der Postroute zwischen
Straßburg und Frankfurt
Errichtung einer Posthalterei (wird 1699 nach Mannheim verlegt), in der
die Boten ihre Pferde wechseln, bevor sie über den Neckar setzen |
| 1651 |
Eintrag im Grundbuch Neckarhausen
(Verkauf eines Fähranteils) |
| 1688 - 1697 |
Pfälzischer Erbfolgekrieg |
| 1689 |
Französische Truppen verwüsten
zahlreiche Dörfer um Heidelberg, darunter Neckarhausen und Edingen
Das Heidelberger Schloss wird gesprengt und die Neckarbrücke zerstört
Später wird eine Schiffsbrücke (Pontonbrücke) errichtet |
| 1698 |
Heidelberg versucht die Fähre als
Konkurrent ihrer Schiffsbrücke bzw. ihrer künftigen festen Brücke (1711
fertiggestellt) auszuschalten |
| 1706 |
Der Kurfürst verfügt, dass die
Fähre keine fremden Fahrzeuge mehr übersetzen darf
Die Verfügung wird einige Jahre später wieder aufgehoben |
| 1724 |
Die Fährbetreiber klagen in einem
Schreiben an den Kurfürsten über die hohe Abgabenbelastung |
| 1745 |
Die Fährleute müssen den
Erbbestandsbrief annehmen, wodurch der in freiem Eigentum befindliche
Fährbetrieb in ein vom Kurfürsten verliehenes Recht umgewandelt wird |
| ab 1750 |
Die Fähre verliert für den
überörtlichen Verkehr an Bedeutung
Durch den Ausbau der Chausseen kommt Seckenheim in den Genuss der neuen
Landstraße, die Mannheim mit Heidelberg verbindet
Dadurch wurde die Ilvesheimer Fähre gegenüber Neckarhausen rasch zum
bevorzugten Neckarübergang |
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Fähre 1932
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| 1784 |
Hochwasser und tonnenschwere
Eisblöcke zerstören viele Häuser in Neckarhausen, 13 Einwohner kommen
ums Leben
Die Erbbeständer der Neckarüberfahrt verlieren ihre Schiffe und
sämtliches Gerät |
| 1794 - 1797 |
Die durch die Französische
Revolution ausgelösten Koalitionskriege wirken sich auf die Fähre
existenzbedrohend aus, denn neben Soldaten setzen auch zahlreiche
Zivilisten über die in Neckarhausen vom Militär errichteten
Schiffsbrücken |
| 1845 - 1847 |
Bau der Eisenbahnbrücke zwischen
Neckarhausen und Ladenburg |
| 1848 |
Einsatz der neuen "Fliegenden
Brücke"
Sie löst die bisher zum Fährbetrieb benutzten großen Ruderboote und
Nachen ab
Eine Fliegende Brücke ist eine Fähre, die aus mehreren Booten und einer
darauf befestigten Plattform besteht. Das Fährschiff ist mit einem von
einigen Nachen getragenen Gierseil stromaufwärts in der Flußmitte
verankert und wird bei Schrägstellung von der Strömung angetrieben |
| 1851 |
Bau des jetzigen Fährhauses |
| 1870 |
Bei Hochwasser werden die
Badehäuser des Grafen von Oberndorff weggeschwemmt und prallen gegen die
Fähre, die bis nach Seckenheim abgetrieben wird |
| 1878 |
Beginn der
Kettenschlepper-Schifffahrt
Die Kettenschlepper laufen als Dampfschiffe an einer Kette, die auf dem
Grund des Neckars von Mannheim bis Heilbronn verlegt wurde
Da die Schiffe an der Kette hängen, sind schnelle Ausweichmanöver
unmöglich
So kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Färchern und
Kettenschleppern |
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1976 |
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| 1893 |
Die Fährleute beantragen die
Genehmigung zum Bau einer Drahtseilfähre, bei der ein Seil zur Führung
der Fähre hoch über den Fluss von Ufer zu Ufer gespannt wird |
| 1895 |
Inbetriebnahme einer neuen Fähre
Sie läuft im Gierbetrieb und nicht wie ursprünglich geplant als
Drahtseilfähre |
| 1920 |
Beginn der Neckarkanalisation
Grund für den Bau von Staustufen sind der rasche Wechsel der
Wasserstände sowie die vor allem im Sommer geringen Wassertiefen |
| 1927 |
Der Bau der Ilvesheimer Brücke
bringt Einbußen für die Fährleute |
| 1927 |
Durch die schwache Neckarströmung
im Zuge der Errichtung der Staustufe Ladenburg kommt die Fähre kaum noch
vom Fleck, deshalb wird ein Motor installiert |
| 1932 |
An die Eisenbahnbrücke wird ein
Fußgängersteg angebaut
Bereits in der Vergangenheit waren viele Fußgänger an den Schienen
entlang über die Brücke marschiert, anstatt die Fähre zu benutzen |
| 1935 |
Erlass des Badischen
Finanzministeriums über den rechtlichen Status der Fährgemeinschaft
Der Erbbestandsbrief von 1745 behält prinzipiell seine Gültigkeit
An die Stelle des Erbbestandszinses tritt eine Abgabe von 50 Reichsmark
jährlich |
| 1945 |
Die Neckarbrücke wird gesprengt
Um eine Zerstörung der Fähre zu verhindern, wird sie von den Färchern
versenkt
Nach der Besetzung Neckarhausens durch die Amerikaner heben die Fährleute
die in vier Meter Tiefe liegende Fähre |
| 1945 / 1946 |
Da die Eisenbahnbrücke in
Trümmern liegt, ist für die von Frankfurt kommenden Züge in Ladenburg
Endstation - die Weiterfahrt erfolgt dann ab Friedrichsfeld
Viele Flüchtlinge und Heimkehrer können mit ihrem Gepäck aber nicht den
gefährlichen Notsteg der Brücke benutzen, so dass ihnen nur der Weg
über die Fähre bleibt |
| 1976 |
Umbau der bisherigen Gierfähre zu
einer Hochseilfähre |
| 1995 |
Fährjubiläum mit großer
Ausstellung und Festschrift
250 Jahre zuvor mussten die Fährleute den Erbbestandsbrief annehmen
Das Fährschiff ist zudem seit 100 Jahren in Betrieb |
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alte Fähre -2000
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| 1999 |
Der Fußgängersteg an der
Neckarbrücke wird in 15-monatiger Bauzeit erneuert
Mehrere hundert Schüler benutzen täglich die Fähre |
| 2000 |
Kauf einer neuen Fähre, die alte
hat nach 105 Jahren ausgedient |
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neue Fähre - seit 26.09.2000
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